Linguistische Theorien der Moderne

Kognitive Linguistik

Das 20. Jahrhundert ist das Zeitalter der aktiven Entwicklung von Linguistik. Es zeichnet sich durch ständige, kontinuierliche methodologische Umwälzungen aus. In dieser Zeit haben sich die vergleichend-historischen, systemstrukturellen und kommunikativ-funktionalen wissenschaftlichen Paradigmen verändert.

Die kognitive Linguistik, die die Sprache in Bezug auf eine Person betrachtet, ohne die das Entstehen und Funktionieren dieses Systems unmöglich wäre, hat die strukturelle Sprachauffassung ersetzt.

Kognitive Linguistik ist ein Teilbereich der Sprachwissenschaft, der sich mit kognitiven Aspekten des Sprachverständnisses und der Sprachproduktion beschäftigt, und die Sprache als eine Art kognitiver Aktivität betrachtet. Die Kognitivisten untersuchen kognitive Mechanismen und Strukturen des menschlichen Bewusstseins durch Sprachphänomene. Im Großen und Ganzen ist Kognitionswissenschaft eine integrale Wissenschaft, die sich mit kognitiven Prozessen im menschlichen Bewusstsein beschäftigt, die operatives Denken und Wissen über die Welt vermitteln.

Die kognitive Linguistik erforscht, inwieweit die sprachlichen Formen mit den Strukturen des menschlichen Wissens verbunden sind, und wie sie im menschlichen Bewusstsein dargestellt werden. Der Gegenstand der kognitiven Linguistik ist insbesondere das Problem der Rolle der Sprache bei der Erkenntnis der Welt. Die Wissenschaftler versuchen den Zusammenhang von konzeptuellen Systemen mit dem sprachlichen und wissenschaftlichen Weltbild zu beweisen und zu begründen.

Einige Sprachwissenschaftler entgegnen der Meinung, dass solcher Teilbereich der Linguistik überhaupt existiert und bezweifeln, dass diese neue Richtung einen neuen Forschungsobjekt oder eine neue sprachliche Methode hat.

Aber die Methode der kognitiven Wissenschaften besteht in dem Versuch, die Daten verschiedener Wissenschaften miteinander zu kombinieren und einen Sinn in ihren Beziehungen zu finden.

Die kognitive Linguistik hat die Errungenschaften aller bisherigen Sprachparadigmen geerbt. Sie entwickelt klassische Probleme der Linguistik, Philosophie und Psychologie, die mit den Relationen zwischen Sprache und Denken verbunden sind.

Die Hauptidee, die die kognitive Linguistik von anderen Teilgebieten der Sprachwissenschaften unterscheidet, ist, dass die Sprachfähigkeit einer Person ein Teil ihrer kognitiven Fähigkeiten ist. Für die allgemeine kognitive Linguistik sind daher solche Prinzipien wie Expansionismus, Anthropozentrismus und Funktionalismus charakteristisch.

Der wichtigste Teil der kognitiven Linguistik ist die kognitive Semantik. Ihre Vertreter glauben, dass ihre Hauptaufgabe darin besteht, zu erklären, wie das Wissen über die Welt im menschlichen Bewusstsein organisiert ist und wie die Vorstellungen über die Welt fixiert werden. Daher betrachten sie Semantik und Sprachprobleme im Allgemeinen durch das Prisma der Geisteswissenschaften. Das sind Hermeneutik, Gestaltpsychologie, kognitive Psychologie und andere. Eine solche Symbiose verschiedener Wissenschaften bei der Erforschung linguistischer Phänomene trägt einerseits zu ihrem umfassenden Studium bei und führt andererseits zum Verlust der Autonomie der Linguistik als Wissenschaft.